Systemische Kinder- und Jugendtherapie

SYSTEMISCHE KINDER-UND JUGENDLICHENTHERAPIE

Die Weiterbildung „Kinder- und Jugendtherapie“ arbeitet systemisch basiert. Sie wendet sich an Menschen, die Kinder und Jugendliche ganzheitlich therapeutisch begleiten und unterstützen möchten.

Die systemische Sichtweise ist gerade in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen wichtig: Kinder haben weniger als Erwachsene, die Möglichkeit, ihr System zu verlassen oder aktiv zu verändern. Daher ist eine Arbeit mit Kindern und Jugendlichen auch immer eine Arbeit mit deren Umfeld. Ziel des systemischen Kinder- und Jugendtherapeuten ist es, Kinder oder Jugendliche und ihre Eltern/Systeme zu unterstützen

In der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist es häufig eine Herausforderung, sie aktiv in guter Weise in des System mit einzubeziehen.

Kinder haben eine besondere Art des Kommunizierens: es bedarf einer alters- und entwicklungsgerechten Form, um einerseits zu ihnen Zugang zu finden und ihnen andererseits zu ermöglichen, mit uns zu kooperieren. Dieses gelingt leichter durch eine kindgerechte Sprache, den Einsatz von Symbolen, Objekten und kreativen Materialien.

Kenntnisse anthropologischer und entwicklungspsychologischer Besonderheiten der verschiedenen Altersstufen und Erfahrungen mit entwicklungspathologischen Zuschreibungen erweisen sich als hilfreich, um in wertschätzender Haltung mit Kindern und Jugendlichen therapeutisch zu arbeiten.

In dieser Ausbildung wollen wir uns Zeit nehmen, diesen Besonderheiten mehr Aufmerksamkeit zu widmen, um unsere Professionalität im Umgang mit Kindern und Jugendlichen sowie den einbezogenen Ressourcenpersonen und Helfersystemen zu erweitern, um gemeinsam nach kreativen Möglichkeiten zu suchen.

Besonderes Augenmerk richten wir im Laufe der Weiterbildung auf zunehmende Phänomene wie Lernschwierigkeiten, Lese- und Rechtschreib- sowie Rechenschwäche, ADHS, Essstörungen und Allergieerkrankungen..

 

Unterrichtsmethoden

Die Weiterbildung vermittelt Wissen und Basiskompetenzen im Bereich Systemtheorie, Selbstexploration, Therapie- und Beratungsmodelle, Praxis, Methoden. Im Wechsel von Input und Output findet ein regelmäßiger Theorie-Praxis-Transfer statt. Anwendungsmöglichkeiten und Wirkungsbereiche werden durch Übungen und Selbsterfahrung erschlossen.
Jedes Wochenende beinhaltet in unterschiedlicher Ausprägung Selbsterfahrungs- und Selbstreflexionsanteile. 

Die Inhalte werden methodisch/didaktisch in Form von Rollenspielen, Biografiearbeit, Literaturarbeit, Beratungsübungen, Aufstellungen usw. geübt und erprobt.

Das Kennenlernen verschiedener therapeutischer Settings und das Üben entsprechender Methoden in therapeutischen Kontexten gestaltet sich in unterschiedlichen Konstellationen: Plenum, Beratungsgruppen (Berater, Klient, Beobachter), Kleingruppen, Zweiergruppen. Video- und Tonaufnahmen sind vorgesehen. Teilnehmerwünsche sind willkommen. Weiterhin wird eine Literaturliste erstellt. Literaturkenntnisse bilden eine systemisch/interdisziplinäre Grundlage. 


Die Weiterbildungswochenenden:

Systemische Grundlagen - Von der Systemtheorie zur Systemtherapie

Arbeit mit großen und kleinen Systemen (Systemisches Interaktionsmodell am Beispiel kleiner und großer Systeme)

Auftrags-, Kontext-, Kontraktgestaltung, Pädagogische und entwicklungspsychologische Phasen/Ansätze - systemische Sichtweisen/Methoden

 
Intensivwoche- Selbsterfahrung, Gruppendynamische Prozesse, Intervenierende und präventive Kinder- und Jugendlichentherapie I (Familientherapie, Kurzzeittherapie, Ökosystemische Interventionen, narrative  Therapieformen, hypnosystemische Therapie und Beratung, Krisenintervention)

Intervenierende und präventive Kinder- und Jugendlichentherapie II (Einzel-, Familien- und Gruppen) Störungsbilder aus dem beruflichen Alltag, Systemische und interdisziplinäre Aspekte, Interventionen als Angebote, Einladungen, Empfehlungen

Elternberatung und Elterncoaching (nach Omer, von Schlippe, Schweitzer, Tsirigotis), Datenerhebung und Evaluation (Kollegiale Beratung der Abschlussarbeiten)

Teilnehmender Berater im Prozess, Prozessbegleitung oder Prozesssteuerung, Neutralität und Allparteilichkeit, Position des Nichtwissens, beobachtete und beobachtende Systeme, Anlegen eines Methodenreaders nach systemtheoretischen Aspekten

Präsentation der Abschlussarbeiten (Umfang einer wissenschaftlichen Hausarbeit ca. 15-20 Seiten)


Zeitstruktur:

Blockwochenende:
Fr: 16-20.00 Uhr, Sa: 10-18.00 Uhr, So: 10-18.00 Uhr (20 [Zeit]Std.),

Intensivwoche:

flexible Einteilung (50 [Zeit]Std.)

Unterrichtseinheiten (UE): Theorie/Methodik (T/M) 91, Selbsterfahrung (SE) 55, Reflexionstraining/Supervision/Coaching/Falldarstellung (SV) 38 , Peergroup (PG) 42: Gruppenarbeit/-aufgabe (GA), Kollegiale Beratung (KB), Reflecting Team (RT)

 

 

Kosten:

2.450,00 € (Zahlbar in 8 Raten a 306,25 €)