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Seelenpoesie

Märchen und Geschichten frei erzählt

Es ist Zeit für eine Berührung der Seele, für ein Streicheln mit Stimme und Wort. Manche Menschen wissen noch um die Kraft einer Erzählung in einem Kreis von Menschen ganz ohne Tand und Beiwerk. Und mancher Zuhörer beginnt mit dem Vernehmen wundersamer Ereignisse eine Reise zur Heilung. Es gilt zu erspüren: Freude und Schrecken, Sehnsucht und Sinn, Zweifel und Mut und etwas Altes, Weises ganz tief in uns allen.

Der Geschichtenerzähler Sebastian Lau lädt gemeinsam mit dem Institut für Systemisch-Integrative Beratung und Therapie zu einem Erzählabend ein. Sebastian Lau verbreitet Volksmärchen und Sagen, Mythen und Fabeln, Possen, Schnurren und Schwänke  und eigens erdachte Geschichten. Zudem befasst er sich auf unterschiedlichste Weise mit dem Einsatz der Erzählkunst in Therapie, Bildung und Naturschutz. Mehr Informationen gibt es unter: www.sebastianlau.de

Im Anschluss an die Erzählungen gibt es eine Gesprächsrunde, um mehr über die Kraft frei vorgetragener Geschichten zu erfahren und eigene Fragen zu stellen. Die Veranstaltung findet am 30.09.2010 um 19:00 Uhr in Rostock,
Wismarsche Straße 4
, in den Räumen des Institutes statt.
Der Eintritt beträgt 5,00 € für alle ab 17 Jahren.

 

Wer findet den Mörder im „Eifeldrama“?

 

Preis:   1 Wochenende für 2 Personen in Berlin, Hannover, Essen oder Leipzig inkl. der entsprechenden Fahrkosten

 Was ist dafür zu tun?

Lesen, aufpassen, kombinieren, hinter die Wörter schauen, 2 Großbuchstaben in den Folgen 1-7 registrieren, und den Mörder nach dem 7. Newsletter mit Hilfe der gesammelten Buchstaben (oder durch detektivischen Spürsinn) gefunden haben. Den Namen des Mörders vor Erscheinen der 8. Folge an: info@das-institut.com mailen. Euern Namen und Eure Erreichbarkeit nicht vergessen!

Ich bin es noch mal. Wahrscheinlich bist du schon gespannt wie es weitergeht im „Eifel – Drama“.
Bislang ja noch nicht so ganz großes Drama, aber:
Steffi Schwarz aus Detmold mausetot im Garten von Morenohaus, erst erschlagen und dann von Jürgen entdeckt.
Schock bei Jürgen und ein bisschen auch bei Sabine, weil Leiche und Mordinstrument, riesiger Wackerstein, und das ist schon was neues, vermutlich aus der Trockenmauer, völlig blutüberströmt.
Schock auch bei Moni, weniger wegen Leiche, eher wegen Kommissar Knauber, ein Freund des morgendlichen Bommerlunder
und zynisches Arschloch.
Sabine soll laut Küchenbeschluss von Jürgen und Moni die Ermittlungen unterstützen.
Weil gefährlich, befindet sich Horst schon in der Einflugschneise.

Jetzt ist der Horst schon nicht mehr nur in der Einflugschneise, sondern schon gelandet.
Wenn du den Horst ein wenig kennst, weißt du ja, der sagt nicht viel, der lässt lieber die Muskeln spielen. Also die Gesichtsmuskeln meine ich jetzt. Was der alles in ein oder zwei Gesichtsausdrücke legen kann, geradezu unheimlich.

Ich jedenfalls bin regelmäßig erstaunt. Und soviel Ehrlichkeit darf auch mal sein, neidisch bin ich auch irgendwie.

Und Montagmorgen in der Tür des Morenohauses formen seine Gesichtszüge ein formvollendetes:
“Schön, dich zu sehen, Sabine, obwohl ich eigentlich gar nicht hier sein möchte, und ich sehe und verstehe, dass es dir genau so geht.
Das ist doch alles absoluter Mist, was hier gerade abgeht. Lass uns einfach das Beste daraus machen und hoffen, dass es schnell vorbei ist. Außerdem brauche ich erstmal einen Kaffee, und jetzt, wo ich so drüber nachdenke, fällt mir auch noch ein, ich habe mein Rasierzeug vergessen.“
Das alles in einem Gesichtsausdruck, gespenstisch. Versuch das ruhig einmal selbst. Geh doch mal kurz ins Bad und versuch das in nur einen Gesichtsausdruck zu legen.

Wieder da? Ich sag doch, das schafft nur Horst.

Die Sabine kennt den Horst nun schon so lange, dass sie dieses Muskelspiel in Bruchteilen von Sekunden dekodieren kann und deshalb sagt sie auch gleich:
„Ich gebe dir erstmal einen Kaffee, ich glaube ich kann auch noch einen vertragen.“
Und um seiner Freude über dieses blinde, hier ja eher nicht blinde, sondern eher taube Verständnis, Ausdruck zu verleihen,
sagt Horst ersTmal. „Hallo“.

So ein wortarmes Verständnis ist nun wirklich extrem selten in der heutigen Zeit, und auch wenn ich schon stundenlang darüber nachgedacht habe, ich lande immer wieder bei Winnetou und Old Shatterhand.
Siehst du, der Vergleich macht auch noch mal schön deutlich, weshalb ich die Idee von Jürgen und Moni so genial finde.

Ein besseres Team wie Winnetou und Old Shatterhand kann man für die Aufklärung eines Verbrechens wohl kaum ins Rennen schicken. Die beiden haben die Schurken immer ihrer gerechten Strafe zugeführt. In unserem Fall ist das mit Schurken und gerechter Strafe jedoch so eine Sache. Aber ich greife vor.

Auf jeden Fall haben Horst und Sabine gleich erstmal Kriegsrat gehalten. Und ob du dir die Sabine nun als Winnetou oder als Old Shatterhand vorstellst, egal. Bei Horst auch. Aber ich persönlich finde Winnetou eher ein bisschen wie Psychodrama, Old Shatterhand eher wie Systemische BeRatung, also Sabine eher Winnetou, Horst eher Old Shatterhand. Aber umgekehrt stimmt auch irgendwie. Das ist ja gerne auch mal die Crux beim „Integrativen“. Kann aber auch daran liegen, dass Vergleiche von Haus aus eher hinken.Deshalb besser zurück zum Kriegsrat.

Die Sabine hat den Horst jetzt erstmal auf den aktuellen Stand gebracht.

Steffi Schwarz wurde in der Nacht vom 05.12. zum 06.12., also in der Nacht von Samstag auf Sonntag, umgebracht. Todeszeitpunkt war ca. 01:00, plus minus eine halbe Stunde.

Todesursache waren mehrere Schläge auf den Schädel, wobei vermutlich der zweite oder dritte Schlag bereits tödlich gewesen sein dürfte. Die Gerichtsmedizin geht aber von insgesamt mehr als zehn Schlägen aus.

Bei der Tatwaffe dürfte es sich um den, neben der Leiche liegenden, Wackerstein gehandelt haben.

Die Schläge erfolgten von vorne, es waren bei der Leiche keinerlei Abwehrspuren zu erkennen gewesen. Sie hatte ihren Täter also mit hoher Wahrscheinlichkeit gekannt.

Zum Todeszeitpunkt war das Opfer stark alkoholisiert, auch fanden sich deutliche Hinweise auf regelmäßigen Drogenkonsum.
Jetzt, woher weiß die Sabine das alles?

Also: Knauber Riesenarschloch. Sogar zynisches Riesenarschloch. Das alleine ja quasi schon Doppeldiagnose. Jetzt noch so ein bisschen auch Alkoholismus. Deshalb Frau Knauber dann auch weg von ihm, so vor vier, fünf Jahren.
Alles mitgenommen. Alles. Kind, Hund, Sparbuch. Später auch Haus, natürlich nicht mitgenommen, eher zugesprochen.
Seitdem Frauenkontakte bei Knauber sehr exakt gleich Null.

Als Sabine den Knauber dann Sonntag vor dem Morenohaus ansprach, von wegen noch kleinen Abstecher an die Theke von der Dorfkneipe, der gleich so angetan, dass in der Folge faktisch verbale Inkontinenz.
Was der der Sabine so alles erzählt hat, also das hätte für fünf Kündigungen gereicht. Und die hätte jedes Arbeitsgericht durchgewunken.
Aber die Sabine da schon auch ein wenig gemein, hat den Knauber sehr konsequent mit Bommerlunder befüllt.

Und das ist nun nicht so ganz Winnetou, das sieht ein wenig mehr nach seinem weißen Bruder aus.

Und noch mehr hat sie raus gefunden.

Die Polizei geht davon aus, dass der Täter aus Schönecken kommt.
Denn Fremde zu der Zeit nur wenige im Ort: Monika, Sabine und Jürgen.
Eine Gruppe Jäger aus Mettmann hatte zwar gegenüber dem Merenohaus Quartier bezogen, die haben aber alle ein Alibi.
Bis ca. 02:00 in der früh haben die in Prüm in einer Gaststätte gehockt, bevor der Wirt sie rausgeworfen hat. Auch der Fahrer des Sammeltaxis, das sie zurück nach Schönecken brachte, bestätigt diese Angaben.
Sonst keine Fremden im Ort. Und, wenn die Schönecker das sagen, stimmt das mit Sicherheit.

Ich habe lange genug in der Eifel gelebt, um das beurteilen zu können.
Da biete ich dir sogar locker eine Wette an.
Pass auf. Du sagst mir einen Tag, an dem du zweimal durch Schönecken fährst. Nach einem Besuch in der Dorfkneipe am nächsten Tag kann ich dir zumindest folgende Sachen sagen: a. Uhrzeit der Durchfahrten, b. Typ und Farbe deines Autos und c. das Kennzeichen.
Falls es dich interessiert, sage ich dir auch noch, wann du die letzte Felgenreinigung vorgenommen hast. Für so was hat der Eifler nämlich einen Blick.

Jetzt hat also auch Horst einen ersten Einblick.

Da vieles dafür spricht, dass sie auf der Suche nach dem Täter in Schönecken fündig werden können, steht der Kriegsplan relativ rasch fest.
Horst und Sabine wollen am Abend in der Kneipe erste Witterung aufnehmen.
Die Zusammenfassung von Horst: „ Dann mischen wir uns erstmal unauffällig unter das Volk“, irritiert Sabine dann aber schon ein wenig.
Sich unauffällig unter die Eifler mischen ist an und für sich schon eine kaum lösbare Mission, mit Horst jedoch völlig aussichtslos.

Ach ja, die Sache mit dem Diktaphon.
Als Sabine sagt, dass sie in der Woche eigentlich ihre Steuererklärung vorsortieren wollte, zieht Horst sein Diktiergerät aus der Tasche und tätigt folgende Aufnahme:

„Montag, 07. Dezember 15:19: Steuer, unbedingt dran denken. Ende“
Siehst du, und für so was ist es echt gut, ein Diktiergerät zu besitzen.

Im nächsten Newsletter erzähle ich dir von der Mission: „Unauffällig unter das Volk mischen“ und, weswegen man in der Eifel nie, wirklich nie, Rosé-Wein bestellen sollte.